Land Zauber - page 72

füllte diese mit Spruchbändern. Diese wurden in der
Nähe von traditionellen religiösen Stätten im ganzen Land
verkauft. Um die Jahrhundertwende eröffnete ein japani-
scher Einwanderer in San Francisco ein Teehaus und bot
dort seinen Gästen mit Sprüchen gefüllte Glücksbringer
aus Keksteig an, die rasch sehr beliebt waren. Asiatische
Bäckereien ahmten ihn nach und der Glückskeks eroberte
Kalifornien. Doch im Zweiten Weltkrieg mussten die
japanischen Bäckereien schließen und die Keksproduktion
wurde von den Chinesen übernommen, die die Kommer-
zialisierung des Gebäcks schnell vorantrieben. Ende der
fünfziger Jahre brachten sie es auf 250 Millionen Glücks-
kekse pro Jahr.
Kleiner Keks und große Freude
Wer auch immer sie erfunden hat, lässt sich nicht mehr
zweifelsfrei nachvollziehen. Betrachten wir den Keks
doch vielmehr als Botschafter des Glücks und der guten
Laune, der sich beispielsweise zu Silvester trefflich als
Wunschmedium einsetzen lässt! Und weil sich industriell
hergestellte Ware nicht im Nachhinein mit einem Zettel
befüllen lässt, backen wir unsere Glückskekse eben
selbst, was ohnehin viel besser schmeckt und an sich
auch keine Hexerei ist.
Fotos
Maren Moster
72
Landzauber
1...,62,63,64,65,66,67,68,69,70,71 73,74,75,76,77,78,79,80,81,82,...132
Powered by FlippingBook