Stahl falten wie Blätterteig
Nach etwa einer Stunde ist der Ofen auf Temperatur.
Janosch beginnt zu schmieden, das Roheisen liegt glühend
auf dem Amboss. Für das Ausgangsmaterial hat er mehrere
Lagen von unterschiedlichen Stählen übereinandergelegt.
Wenn er diese Stahlsorten immer wieder miteinander
verbindet und schmiedet, erhält er bei etwa 150 Lagen das
Maximum aus dem magischen Dreieck. Das Anfangspaket
wird an einen Baustahl geschweißt und dann mit dem
Hammer und gezielten Schlägen wie Blätterteig mehrmals
gefaltet und geschmiedet. Wichtig ist dabei das kontrollierte
Schmieden: nicht zu viel Hitze, nicht zu viel Druck, nicht
zu schnell. Doch das Schmieden macht nur 20–30 Prozent
der Arbeit aus. Danach arbeitet er die Klinge heraus und
dengelt sie im Kaltzustand aus, um den Stahl noch mehr
zu verdichten. Nach erneutem Erhitzen im Ofen wird die
Klinge zum Härten in zwei unterschiedlichen, sehr alten
Ölen abgeschreckt. Dann lässt der albMesser-Schmied die
Klinge eingespannt langsam auskühlen, damit sie sich nicht
mehr verzieht. Am nächsten Tag kommt die Klinge in den
Anlassofen, wird nochmals auf 170 bis 220 Grad erwärmt
und dadurch entspannt »wie ein gutes Stück Rindfleisch«,
sagt Vecernjes. Nach mehreren Schleifvorgängen und
Polierarbeiten glänzt die Klinge wie ein Spiegel. Erst durch
das Ätzen in spezieller Säure wird dann die Damaszener-
struktur des gefalteten Stahls sichtbar.
Damaszener-
stahl mit seinen
Faltungen.
Hölzer aus aller
Welt werden für
die Messergriffe
verwendet.
Landzauber
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